Tennis in Wimbledon Mit großem Herz: Djokovic gewinnt Wimbledon-Rekordmatch

Kristina Puck, dpa
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Von Kristina Puck, dpa
| 08.07.2026 12:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Begeisterte die Zuschauer: Novak Djokovic. Foto: Maja Smiejkowska
Begeisterte die Zuschauer: Novak Djokovic. Foto: Maja Smiejkowska
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Djokovic bietet gegen einen der Besten der jüngeren Tennis-Generation einen außergewöhnlichen Tennis-Abend und besteht. Der Traum vom 25. Grand-Slam-Titel lebt. Nun geht es in Wimbledon gegen Sinner.

Novak Djokovic führte ein kleines Tänzchen auf - und lachte. Für diese kurze Choreographie reichte die Energie auch nach dem faszinierenden, längsten Viertelfinale der Wimbledon-Historie. 5:15 Stunden aufreibendes Tennis an einem außergewöhnlichen Centre-Court-Abend - und der Sieger war Djokovic. Mit 39 Jahren. Ob er sich manchmal selbst überrasche?

„Ja und nein“, antwortete der Rekord-Grand-Slam-Sieger. „Ich kann mich immer noch gegen diese jungen Spieler behaupten, die 15 Jahre jünger sind als ich“, sagte Djokovic nach seinem Fünf-Satz-Krimi gegen Felix Auger-Aliassime (25). „Ich schaffe es, sie beim knappsten Ergebnis zu schlagen. In gewisser Weise ist das wirklich eine schöne Überraschung. Aber gleichzeitig stelle ich immer höchste Ansprüche an mich selbst.“

Zwei Siege trennen Novak Djokovic noch von seinem 25. Grand-Slam-Titel. Foto: Kirsty Wigglesworth
Zwei Siege trennen Novak Djokovic noch von seinem 25. Grand-Slam-Titel. Foto: Kirsty Wigglesworth

Tochter und Sohn sehen denkwürdigen Tennis-Abend

Gegen den kanadischen Weltranglisten-Vierten hatte sich Djokovic zu einem 7:6 (12:10), 3:6, 6:3, 6:7 (4:7), 7:6 (10:4) gekämpft. Der Match-Tiebreak führte um kurz vor 23.00 Uhr wenige Minuten vor der Sperrstunde im Südwesten Londons zur Entscheidung. Als zweitältester Spieler der Profi-Ära seit 1968 nach Ken Rosewall 1974 steht Djokovic im Halbfinale. Am Freitag kommt es zum Hit gegen den italienischen Titelverteidiger Jannik Sinner. 

„Ich habe meinen Kindern gesagt, sie sollen nach dem vierten Satz ins Bett gehen, aber sie haben nicht auf mich gehört. Ich bin froh, dass sie geblieben sind, denn das war eines der besten Matches, an denen ich je teilgenommen habe“, sagte Djokovic. Und Tochter Tara und Sohn Stefan sahen dem Vater zu. 

Vergleich mit Messi

Viele Chancen auf seinen 25. Grand-Slam-Titel dürfte der Tennis-Superstar nicht mehr bekommen, in Wimbledon sind sie intakt. Darauf angesprochen, dass Fußball-Weltstar Lionel Messi zu Beginn des Viertelfinals parallel mit einem gewaltigen WM-Comeback mit Argentinien gegen Ägypten euphorisierte, antwortete Djokovic: „Es wäre schön, 90 Minuten zu spielen wie er.“ 

Ende Mai hatte der Serbe bei den French Open in einem fast fünfstündigen Fünfsatzkrimi gegen den Brasilianer Joao Fonseca (19) bei seinem Drittrunden-Aus auf Sand nicht mehr so recht mithalten können. Auf dem nicht ganz so kräftezehrenden Rasen bestand er den Riesenfight über die fünf Sätze gegen die jüngere Generation. Sein Alter hielt ihn nicht auf. Am Ende stützten sich beide Rivalen auf ihren Schlägern ab. 

Auger-Aliassime von Djokovic beeindruckt

Wie er gewonnen habe? „Mit meinem Schläger, großem Herz, dem Beherrschen meiner Nerven“, antwortete der siebenmalige Wimbledonsieger. Sein einstiger Rivale Roger Federer saß in diesen Tagen als Zuschauer in der Royal Box. Es dürfte nicht allzu lange dauern und Djokovic geht wie Federer (44) und Rafael Nadal (40) in den Tennis-Ruhestand. Noch schwärmte auch sein Gegner. 

„Letztendlich beweist er wieder einmal, dass er gut ist, wenn es darauf ankommt. Er ist bei so vielen Dingen, die er macht, einfach beeindruckend“, würdigte Auger-Aliassime. „Wir wissen das, weil wir ihn schon so oft gesehen haben, aber es ist wirklich beeindruckend, dass er das immer wieder schafft.“

Auch der 25 Jahre alte Felix Auger-Aliassime war am Ende seiner Kräfte. Foto: Maja Smiejkowska
Auch der 25 Jahre alte Felix Auger-Aliassime war am Ende seiner Kräfte. Foto: Maja Smiejkowska

Reicht die Kraft gegen Sinner?

Auch gegen Sinner? 2025 hatte der italienische Weltranglisten-Erste Djokovic im Wimbledon-Halbfinale in drei Sätzen besiegt. In Australien zu Beginn dieser Saison behauptete sich Djokovic in fünf Sätzen. Auch hinter Sinner stehen nach dem körperlichen Einbruch von Paris noch Fragezeichen. „Ich wünschte, es wäre schon das Finale, dann müsste ich mir keine Gedanken machen, wie sich mein Körper morgen anfühlt“, sagte Djokovic. Zwei Tage hatte er Zeit bis zum Halbfinal-Kracher am Freitag.

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