Infektionen Drei Berliner mit Vibrionen-Infektionen, ein Todesfall
In Berlin wurden drei Vibrionen-Infektionen gemeldet, eine davon endete tödlich. In zwei Fällen wurde die Herkunft in Mecklenburg-Vorpommern verortet.
Die Berliner Gesundheitsämter haben einen Todesfall nach einer Vibrionen-Infektion registriert. Insgesamt verzeichnet das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in seinem jüngsten Wochenbericht zu Infektionskrankheiten in diesem Jahr bereits drei Fälle von Vibrionen-Infektionen. Davon haben sich den Angaben zufolge zwei Erkrankungen vermutlich durch Wund- oder Hautkontakt mit Meer- beziehungsweise Brackwasser in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt. Zuvor hatte die „BZ“ berichtet.
Bei allen drei Betroffenen lag demnach eine Wundinfektion vor, die sich in zwei Fällen zu einem septischen Krankheitsbild entwickelt habe, in einem Fall mit tödlichem Verlauf. Alle Betroffenen seien über 75 Jahre alt und zählten somit zur Risikogruppe. Dazu zählten insbesondere ältere und immungeschwächte Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen, etwa Diabetes, Leber- oder schweren Herzerkrankungen. Gefährdet sind vor allem Menschen mit offenen Wunden.
Lageso: 2026 Saison früh gestartet
Vibrionen sind natürlicherweise in Süß-, Brack- und Salzwasser vorkommende Bakterien. Mit sommerlicher Hitze steigt das Risiko für Vibrionen-Infektionen an Nord- und Ostsee. Bei Wassertemperaturen über 20 Grad können sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) Vibrionen in Oberflächengewässern stark vermehren.
Gerade in flachen, sich schnell erwärmenden Küstenbereichen steigt das Risiko für ein vermehrtes Auftreten der Bakterien bei höheren Temperaturen deutlich. Die Ostsee ist aufgrund ihres niedrigen Salzgehalts besonders betroffen.
Dem Lageso-Bericht zufolge verzeichneten die Berliner Gesundheitsämter im gesamten Jahr 2025 zwei Vibrionen-Infektionen und 2023 und 2024 jeweils fünf. In diesem Jahr sei eine vergleichsweise frühe Saison hierzulande erworbener Vibrionen-Infektionen zu beobachten, die wahrscheinlich auf die durch hohe Temperaturen verursachte frühe Erwärmung der Küstengewässer zurückzuführen sei.
Die jüngsten Daten erfassen den Zeitraum einschließlich der 29. Kalenderwoche. Bis dahin sei in den Vorjahren im Mittel ab Jahresbeginn lediglich eine Infektion gemeldet worden.