Neuer Ansatz US-Firmen werden Cyberangriffe auf Online-Kriminelle erlaubt
Tech-Unternehmen spielen bereits eine wichtige Rolle beim Vorgehen gegen Online-Kriminelle. Bald sollen einige Firmen auch Cyberangriffe mit Billigung der US-Regierung durchführen dürfen.
Die US-Regierung will amerikanische Unternehmen offiziell für offensive Cyberattacken gegen Online-Kriminelle heranziehen. Präsident Donald Trump ordnete an, Regeln und Abläufe für ein solches Programm festzulegen. Die teilnehmenden Firmen sollen demnach international agierende kriminelle Hacker nicht nur überwachen, sondern auch deren Aktivitäten aktiv stören dürfen.
Tech-Unternehmen spielen bereits eine zentrale Rolle beim Vorgehen gegen Online-Kriminalität – dabei geht es bisher aber vor allem um defensive Maßnahmen. Im neuen Programm sollen die ausgewählten Firmen dem Trump-Erlass zufolge unter Aufsicht der Regierung agieren. Für die Teilnahme müssen sie eine Freigabe vom Justiz- sowie vom Heimatschutzministerium bekommen – und mindestens eine Million Dollar als Sicherheit für den Fall möglicher Verstöße hinterlegen. Dabei sollen keine Attacken genehmigt werden, die zum Verlust von Menschenleben führen oder als Gewaltanwendung gemäß internationalem Recht gelten könnten.
Weiter sollen nur Gruppen angegriffen werden, die keine Verbindung zu Regierungen anderer Länder haben, hieß es in dem Erlass. Unter anderem China, Russland oder Nordkorea verlassen sich oft auf externe Hackergruppen, die in ihrem Auftrag agieren. Cybersicherheits-Experten warnten in der „New York Times“, dass diese Unterscheidung in der Praxis schwierig werden könne, da die Herkunft von Attacken oft erfolgreich verschleiert werde.