Wettbewerb in Norden Wenn der Hahn kräht – oder nicht
Beim Kräherfest des RGZV Norden verschlug es manchem Federvieh die Stimme. Der Wettbewerb hat eine lange Tradition. Es gab zwei Sieger.
Norden - Beim Kräherfest des Rassegeflügelzuchtvereins (RGZV) geht es nicht darum, welcher Hahn die schönste Stimme hat. Entscheidend ist allein die Ausdauer des Federviehs. In diesem Jahr traten 14 Hähne in den Kategorien große Hühner und Zwerghühner gegeneinander an. Eine Jury zählte genau 20 Minuten lang nach, wie oft das jeweilige Tier ein charakteristisches „Kikeriki“ hervorbrachte.
Wer nun ein vielstimmiges Geschrei erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Von den 14 Hähnen ließen gerade einmal fünf überhaupt etwas von sich hören. Neun Flattermänner brachten den Wettbewerb schweigend hinter sich. Dabei hat das Krähen von Hähnen durchaus Tradition. Krähwettbewerbe gibt es in verschiedenen Regionen Europas und insbesondere im deutschsprachigen Raum bereits seit mehr als 100 Jahren, berichtet der RGZV. Man sei früher der Meinung gewesen, dass ein Hahn, der häufig kräht, außergewöhnlich gesund und kräftig sei und deshalb für die Zucht tauge.
Im Wettbewerb zeigen sich die Gockel üblicherweise sehr krähfreudig. „Wenn die Hähne nebeneinander in ihren Käfigen sitzen, können sie sich gegenseitig hören und sehen. Und dann geht es um die Ehre. Keiner will sich vom Nachbarn übertrumpfen lassen. Da wird gekräht, was die Stimmbänder hergeben. Zu Hause haben sie schließlich niemanden, mit dem sie sich messen können,“ begründet Dieter Becker, Vorsitzender des RGZV Norden, das Verhalten der Tiere.
Das schien den Norder Hähnen in diesem Jahr schnuppe zu sein. Sie brachten es in der vorgegebenen Zeit zusammen gerade mal auf 125 Krährufe. Als Sieger bei den großen Hühnern ging der New-Hampshire-Hahn von Michael Feeken hervor. Der größte Schreihals der Zwerghühner war ein Chabo-Hahn. Er gehört dem achtjährigen Schüler Erik Hintz.
Schweigen wird belohnt
Laut Regelwerk wird beim Kräherfest auch das Schweigen belohnt. Der Besitzer des ruhigsten Hahns erhält ein Glas saure Gurken. Weil es in Norden etlichen Kontrahenten die Stimme verschlagen hatte, wurde der Trostpreis ausgelost. Roswitha Becker und Torsten Hintz konnten jeweils ein Glas saure Gurken mit nach Hause nehmen.