Reit-WM in Aachen Ausgerechnet beim WM-Finale: Blech für Springreiter

Michael Rossmann, dpa
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Von Michael Rossmann, dpa
| 23.08.2026 17:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Daniel Deußer landete als bester Deutscher auf Rang sechs. Foto: Rolf Vennenbernd
Daniel Deußer landete als bester Deutscher auf Rang sechs. Foto: Rolf Vennenbernd
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Drei deutsche Springreiter liegen vor dem Einzel aussichtsreich in Position. Doch bei den beiden abschließenden zwei Runden klappt wenig.

In einem furiosen Finale haben die deutschen Springreiter bei der Einzel-Entscheidung die Medaillenplätze verpasst. Ausgerechnet beim Abschluss der Reit-Weltmeisterschaften in Aachen patzten die drei Paare vor 40.000 hoffnungsfrohen Zuschauern. Zwei Tage nach dem Mannschafts-Gold gab es im Einzel nur Blech: Platz sechs für Daniel Deußer war die beste Platzierung beim WM-Sieg von Steve Guerdat.

„Das Glück, das wir an den ersten Tagen hatten, das hatten wir heute nicht“, sagte Marcus Ehning. Der Frust war den deutschen Springreitern anzusehen, als der Schweizer Guerdat mit Dynamix vor dem Belgier Thibeau Spits mit Impress und dem Briten Harry Charles mit Freda Gold gewann.

„Das ist natürlich ein bisschen enttäuschend“, sagte Deußer. Fast wortgleich kommentierte Bundestrainer Otto Becker und war „ein bisschen enttäuscht“. Der Coach fügte jedoch mit Verweis auf das Mannschafts-Gold an: „Vielleicht hat nach dem Teamspringen, wo wir super abgeliefert haben, heute das Quäntchen Glück gefehlt.“ Es sei sehr eng, „und dann ist jeder Fehler einer zu viel“, sagte Becker: „Aber insgesamt haben wir am Ende drei Paare in den Top ten - das ist stark.“ 

Zu viele Fehler im Einzel

Deußer mit Otello, Ehning mit Coolio und Sophie Hinners mit Singclair waren in den drei vorherigen Runden ohne Abwurf geblieben. Doch bei den beiden finalen Umläufen fielen die Stangen. Immer weiter rutschten die Mannschafts-Weltmeister im Einzel-Ranking nach unten.

Trotz der Enttäuschung am letzten Tag der zweiwöchigen WM war die deutsche Bilanz in den drei olympischen Disziplinen beeindruckend. Schon vor dem Finale hatte es drei goldene, eine silberne und zwei bronzene Medaillen gegeben. „Wir wollten hier unser Sommermärchen im Pferdesport schreiben“, sagte Dennis Peiler, Chef des deutschen Reit-Verbandes: „Und das Fazit ist, dass das geglückt ist.“

Deußer verliert die Führung

Deußer war mit drei fehlerfreien Runden auf Platz eins der Einzelwertung gestürmt, ehe er am Sonntag erstmals patzte. Der 45 Jahre alte Hesse startete gleichauf mit Guerdat und Dynamix in die beiden Final-Runden. Doch Deußer kassierte mit seinem Pferd Otello vier Strafpunkte und fiel vom ersten auf den vierten Platz.

Vom Gejagten wurde der 45 Jahre alte Profi zum Verfolger - und patzte auch in der zweiten Runde. Statt einer Medaille gab es nur Rang sechs. „Ich kann jetzt nicht sagen, dass das Pferd müde war“, erklärte Deußer. „Es waren so Kleinigkeiten.“ 

Ehnings Pech mit dem Hufeisen

Pech hatte Marcus Ehning. Von Platz vier aus startete der Routinier mit Coolio ins Rennen um die Einzelmedaillen, doch das Pferd verlor ein Hufeisen. Eine Planke wurde dem Paar zum Verhängnis, das vor der letzten Runde auf Platz sechs zurückfiel. „Das ist kein gutes Gefühl, wenn man Fußball mit nur einem Schuh spielt, ist es auch schwierig“, sagte Ehning. In der zweiten Runde kassierte der älteste Reiter des deutschen Teams erneut vier Strafpunkte, rutschte dadurch auf den siebten Platz.

Hinners Fehler passiert am letzten Sprung

Als Fünfte startete Sophie Hinners mit Singclair ins Einzel-Finale, aber sie kassierte schon im ersten Umlauf am Sonntag vier Strafpunkte. Ausgerechnet am letzten Sprung passierte es, von Rang fünf fiel die 28 Jahre alte Reiterin zunächst auf Rang sieben zurück. In der finalen Runde kam es noch schlimmer. Hinners kassierte neun Strafpunkte, rutschte im Endklassement auf Platz neun.

„Das Pferd sprang ganz gewaltig“, sagte Hinners zu ihrer ersten Runde: „Aber der letzte Sprung, den haben wir heute nicht absolvieren können.“ Der Fehler sei deutlich gewesen, sagte die Team-Weltmeisterin, „aber den Rest ist er super gesprungen, deshalb bin ich eigentlich glücklich“. 

Der Favorit patzt auch am letzten WM-Tag

Auf Rang 22 kam Richard Vogel, der am Abschlusstag ein Desaster erlebte. Der Einzel-Europameister galt spätestens nach seinem Sieg im Großen Preis von Aachen im Mai als Topfavorit mit seinem Ausnahme-Pferd United Touch. Doch der 29-Jährige hatte nach Fehlern in den ersten drei Runden nur noch theoretische Chancen auf eine Einzelmedaille - und dann verweigerte sein Hengst in der ersten Final-Runde an der Mauer im Parcours. „Mega-ärgerlich“, kommentierte Vogel. „Ich habe diese Woche nicht mein glückliches Reiten ausgepackt.“

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