64. Bundesliga-Saison Los geht’s: Nächster Bayern-Knallstart gegen Stuttgart?

Klaus Bergmann, dpa
|
Von Klaus Bergmann, dpa
| 27.08.2026 10:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Gar nicht lange her: Im DFB-Pokalfinale war Harry Kane mit einem Hattrick Bayerns Matchwinner gegen Stuttgart. (Archivbild) Foto: Tom Weller
Gar nicht lange her: Im DFB-Pokalfinale war Harry Kane mit einem Hattrick Bayerns Matchwinner gegen Stuttgart. (Archivbild) Foto: Tom Weller
Artikel teilen:

Die Bayern gelten als Start-Spezialisten. Kann der VfB Stuttgart den Bundesliga-Fans und den Bayern-Jägern Hoffnung auf Spannung im Titelkampf machen? Das wird auch ein besonderer Zuschauer blicken.

Die Richtmaße sind gesetzt, auch wenn Vincent Kompany in seinem Kopf „alles auf null“ zurücksetzt. Eröffnet Fußball-Meister FC Bayern München auch die 64. Bundesliga-Saison gleich wieder mit einer Machtdemonstration? Oder kann ein ambitionierter VfB Stuttgart den Fans und allen Bayern-Jägern mit einem Überraschungs-Coup in München Hoffnung auf mehr Spannung im zuletzt so langweiligen Titelkampf der deutschen Eliteliga machen?

„Letzte Saison sind wir mit einem 6:0 gegen Leipzig gestartet, das war außergewöhnlich“, erinnerte Sportvorstand Max Eberl ans vergangene Jahr, als Kompanys Starensemble um Schützenkönig Harry Kane ebenfalls in der Allianz Arena direkt ein Statement setzen konnte, das es durch die Saison trug.

16 Punkte Vorsprung - 122 Tore

16 Punkte betrug am Ende der Vorsprung auf den Erzrivalen und Vizemeister Borussia Dortmund, den die Bayern vor einer Woche auswärts im Finale um den Supercup mit 2:1 besiegten. Das deutlichste Zeichen der Dominanz waren aber die 122 Tore der Offensive um Kane, Michael Olise und Luis Díaz. Die Münchner Ballermänner löschten den über 50 Jahre bestehenden Ligarekord aus. 

Wer muss diesmal wem gratulieren? VfB-Coach Sebastian Hoeneß und Bayern-Trainer Vincent Kompany (vorne) nach dem DFB-Pokalfinale. (Archivbild) Foto: Soeren Stache/dpa
Wer muss diesmal wem gratulieren? VfB-Coach Sebastian Hoeneß und Bayern-Trainer Vincent Kompany (vorne) nach dem DFB-Pokalfinale. (Archivbild) Foto: Soeren Stache/dpa

Und nun? Was passiert am Freitag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) vor den Augen von Millionen TV-Fans und den 75.000 Zuschauern in der Münchner Arena, darunter auch der neue Bundestrainer Jürgen Klopp? Die Champions-League-Starter aus Stuttgart um den neuen Kapitän Deniz Undav und den ehrgeizigen Trainer Sebastian Hoeneß wollen nicht Spalier stehen bei einer ersten Bayern-Gala.

Der Hoeneß-Plan: „Die Bayern ärgern“ 

„Alles muss passen“, weiß Hoeneß. „Die Bayern sind letzte Saison in einer herausragenden Form gewesen und für mich eine der besten Mannschaften in Europa. Und sie haben eindrücklich gegen Dortmund, in Dortmund, gezeigt, dass sie schon wieder da sind“, sagte der Neffe von Uli Hoeneß mit Blick auf das Warm-up im Supercup. Wichtig sei darum ein Auftritt „mit Überzeugung“. Das Ziel der Schwaben im Süd-Schlager lautet: „Die Bayern ärgern.“

Im letzten Spiel der vergangenen Saison gelang den Stuttgartern das im DFB-Pokalfinale in Berlin eine gute Stunde lang. Bis Harry Kane mit einem Hattrick das am Ende deutliche 3:0 herausschoss. Der Bundesliga-Torschützenkönig ist - mit 14 Treffern in acht Partien - der personifizierte Alptraum des VfB. Und doch warnt DFB-Kapitän Joshua Kimmich: „In allen Spielen gegen Stuttgart war es bis zur 60. Minute immer knapp. Wir müssen auf der Hut sein.“

Die Bayern könnten in Anbetracht der jüngeren Vergangenheit hochmütig ins neue Rennen gehen. Aber das funktioniert nicht, wenn der Coach Kompany heißt. Der Belgier will immer mehr: mehr Siege, mehr Tore, mehr Rekorde. Vor allem aber mehr Titel. Und dafür verlangt er von seinen Stars harte Arbeit. 

Kompany: In meinem Kopf habe ich null Titel

„Ich habe immer den Glauben im Kopf, dass wir am Ende erfolgreich sein können. Man ist aber nie sicher, und das gibt auch Energie“, sagte Kompany. „In meinem Kopf habe ich null Titel, ich muss alles wieder zeigen.“ Meister 2025. Meister und Pokalsieger 2026. Meister, Pokalsieger und Champions-League-Sieger 2027? Das Triple kann nur die nächste Kompany-Stufe sein.

Start-Spezialisten sind die Münchner auch. Die Serie von 14 Auftaktspielen ohne Niederlage (zwölf Siege) wollen sie weiter ausbauen. Es ist das 25. offizielle Eröffnungsspiel der Bundesliga mit Beteiligung des Meisters. Und der Titelträger hat nie verloren (19 Siege).

Können die Stuttgarter diese Serien beenden? Oder zumindest einen Punkt erobern? Kompany schätzt den VfB - und auch dessen Trainer sehr. „Ein Spiel gegen Stuttgart sieht ein bisschen aus wie ein Premier-League-Spiel, sehr intensiv“, sagte der Coach mit der langen England-Vergangenheit. 

 

Der neue Stuttgarter Torjäger ist auch ein heißer Kandidat für Bundestrainer Jürgen Klopp. (Archivbild) Foto: Daniel Karmann
Der neue Stuttgarter Torjäger ist auch ein heißer Kandidat für Bundestrainer Jürgen Klopp. (Archivbild) Foto: Daniel Karmann

Der 40-Jährige würde sich für dieses Duell ein Ticket kaufen. „Stuttgart ist eine Mannschaft, die immer Druck macht, die immer fußballerische Lösungen versucht zu finden“, lobte Kompany. Und: „Letzte Saison waren sie die zweitbeste Offensive.“ Mit 71 Toren, satte 51 weniger als der FC Bayern.

Pejcinovic, Brown, Jeltsch: Wer zündet vor Klopps Augen?

„Ich denke, dass die Stuttgarter nicht so viel anders machen“, sagte Kimmich über seinen Ex-Club zu Jugendzeiten. Die Mannschaft sei weitgehend gleich besetzt. „Einen neuen Knipser haben sie eingekauft“, bemerkte Kimmich noch mit Blick auf den gebürtigen Münchner Dzenan Pejcinovic. 

Der 21-Jährige, der als Kind im Bayern-Trikot spielte, sorgte bei seinem Pflichtspiel-Einstand mit drei Treffern beim Stuttgarter 4:0 im DFB-Pokal gegen Hansa Rostock für Furore. Jetzt misst er sich gleich mal mit dem besten Mittelstürmer und Torjäger der Liga - mit Kane. Auch Tribünengast Klopp dürfte da ganz genau hinschauen, so wie auf Bayern-Zugang Nathaniel Brown, auf den jungen VfB-Verteidiger Finn Jeltsch - oder auch auf Lennart Karl.

Kann wieder mitmischen: Bayern-Youngster Lennart Karl. (Archivbild) Foto: Sven Hoppe
Kann wieder mitmischen: Bayern-Youngster Lennart Karl. (Archivbild) Foto: Sven Hoppe

Der 18 Jahre alte Senkrechtstarter der Vorsaison wird erstmals nach seiner Muskelverletzung, die ihn die WM-Teilnahme im Sommer kostete, zum Bayern-Aufgebot zählen. „Wie groß seine Rolle sein kann, müssen wir abwarten“, sagte Kompany. Auch Karl ist ein heißer Kandidat für den Neubeginn mit Klopp Ende September. Kapitän Kimmich hatte übrigens schon Kontakt mit dem neuen Bundestrainer: „Wir haben einmal gesprochen, es war in Ordnung.“ 

Ähnliche Artikel