Fußball-Nationalmannschaft Rüdiger macht Schluss im DFB-Trikot: „Weg frei machen“
Antonio Rüdiger beendet seine Länderspiel-Karriere. Der einstige Abwehrchef geht ohne großen Titel. Mit seinem WM-Auftritt in Amerika demonstrierte der Real-Star aber einen ausgeprägten Teamgedanken.
Antonio Rüdiger ist beim Neustart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach dem WM-Debakel nicht mehr dabei. Der 33 Jahre alte Innenverteidiger erklärte gut zwei Monate nach dem frühen Turnier-Aus in den USA seinen Rücktritt aus der DFB-Auswahl. „Nach einiger Zeit des Nachdenkens ist für mich der Zeitpunkt gekommen, meine Karriere in der Nationalmannschaft zu beenden und den Weg für die junge Generation frei zu machen“, schrieb Rüdiger in den sozialen Medien.
„Auch wenn der große Titel bei den letzten Turnieren ausblieb und wir manche schmerzhafte Niederlage hinnehmen mussten, war diese Zeit für mich ein extrem besonderes Kapitel, das mich für immer prägen wird“, erklärte der Defensivmann. „Ein besonderer Dank geht an Jogi Löw, Hansi Flick und Julian Nagelsmann, die mich auf meiner Reise beim DFB begleitet und geprägt haben. Aber auch an meinen Förderer in der U-Nationalmannschaft Horst Hrubesch.“
Die DFB-Elf startet unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp am 24. September in den Niederlanden in die Nations League. Binnen zehn Tagen folgen noch die Partien in Augsburg gegen Griechenland, in München gegen Serbien und auswärts in Griechenland.
DFB-Debüt vor mehr als zwölf Jahren
Rüdiger ist nach Rekordtorwart Manuel Neuer der zweite Nationalspieler, der nach der WM seine DFB-Karriere beendet. Der Starverteidiger von Real Madrid spielte seit 2014 insgesamt 86 Mal für die Nationalmannschaft und nahm an drei Welt- und zwei Europameisterschaften teil. Seinen einzigen Titel gewann er 2017 mit dem jungen Sieger-Team beim Confederations Cup in Russland.
Sein DFB-Debüt gab der oft streitbare Profi in einem Test-Länderspiel im Mai 2014 gegen Polen (0:0). Zum folgenden WM-Kader für Brasilien gehörte er aber noch nicht. Auch sein Turnierdebüt bei der EM 2016 platzte. Rüdiger zog sich im Trainingslager einen Kreuzbandriss zu. Bei der WM 2018 spielte Rüdiger nur beim 2:1 gegen Schweden, vier Jahre später konnte er als Stammkraft in Katar das erneute frühe Turnier-Aus nicht verhindern.
Jahrelange Stammkraft im DFB-Trikot
Über Jahre war der gebürtige Berliner eine fixe Größe in der deutschen Abwehr. Durch eine Verletzung im Herbst 2025 verlor er aber seinen Stammplatz bei Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann. Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck bildeten die Stammabwehr in Amerika - bis zur Knöchelverletzung von Schlotterbeck im zweiten Spiel gegen die Elfenbeinküste.
Dann war Rüdiger wieder da, nachdem er seine Reservistenrolle zuvor klaglos angenommen und seine Konkurrenten fast schon überschwänglich gelobt hatte. Den K.o. in der Zwischenrunde gegen Paraguay (3:4 im Elfmeterschießen) konnte aber auch Rüdiger nicht abwenden. Anschließend hatte er ausdrücklich Nagelsmann für die große sportliche Enttäuschung in Schutz genommen.
Rüdigers Rolle im DFB-Trikot war unabhängig seiner sportlichen Leistungen oft umstritten. Nach seinem Ausraster im spanischen Pokalfinale 2025, als er den Schiedsrichter mit einem Gegenstand von der Bank aus beworfen hatte, war er auch von DFB-Sportdirektor Rudi Völler deutlich ermahnt worden.