WM in Berlin Keine Zeit für Party: Basketballerinnen nun gegen Südkorea

Lars Reinefeld und Patrick Reichardt, dpa
|
Von Lars Reinefeld und Patrick Reichardt, dpa
| 07.09.2026 19:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Deutschlands Basketballerinnen feiern den Einzug in die K.o.-Runde. Foto: Andreas Gora
Deutschlands Basketballerinnen feiern den Einzug in die K.o.-Runde. Foto: Andreas Gora
Artikel teilen:

Die deutschen Basketballerinnen haben ihr Minimalziel bei der Heim-WM erreicht. Jetzt geht es um den Einzug ins Viertelfinale. Im Publikum jubelt ein prominenter Fan.

Aus den Boxen dröhnten Tokio Hotel und die Toten Hosen, die Basketballerinnen um Toptalent Frieda Bühner feierten in der ausverkauften Arena von Berlin spontan mit den eigenen Fans: Deutschland kommt bei der Heim-WM immer besser in Schwung und hat angefeuert von Welt- und Europameister Dennis Schröder nach einem Sieg über Mali das Minimalziel Zwischenrunde erreicht.

„Es gibt keine Feier. Es ist zu kurz, der Umstieg auf morgen. Die Spielerinnen müssen sich jetzt erholen, morgenfrüh geht es schon wieder weiter“, sagte Bundestrainer Olaf Lange nach dem deutlichen 83:58 (49:32) über Außenseiter Mali, der Platz zwei bescherte, bei ProSiebenMAXX. Doch bereits am Dienstagabend (20.45 Uhr) wartet das Duell mit Südkorea, das über den Einzug in ein folgendes Viertelfinale gegen Belgien entscheidet.

Erfahrungen gegen Japan gesammelt

„Vom Spielstil sind die Asiaten alle sehr ähnlich. Sie haben starke Werferinnen, da müssen wir uns wieder neu fokussieren. Wir haben mit Japan schon ein bisschen Erfahrung gesammelt“, sagte Lange über das Duell mit Südkorea, die in ihrer Gruppe Platz drei belegten. Frieda Bühner (21 Punkte) und Luisa Geiselsöder (17), die von Schröder die Trophäe für die Spielerin des Spiels verliehen bekam, ragten heraus.

Basketball-Star Schröder mit Frau und Sohn in Reihe eins. Foto: Andreas Gora
Basketball-Star Schröder mit Frau und Sohn in Reihe eins. Foto: Andreas Gora

Spanien gewann das Parallelspiel gegen Japan mit 79:59 und ist als Gruppensieger direkt für die Runde der letzten Acht qualifiziert. Für Deutschland ist der Weg durch die weitere Woche vorgezeichnet. Auf das Zwischenrunden-Duell mit Südkorea würde das Viertelfinale gegen Belgien folgen. Ein möglicher Halbfinal-Rivale wäre Frankreich. Mit Topfavorit USA mit Caitlin Clark wäre frühestens im Finale am Sonntag ein Duell möglich.

Auch Nationalmannschaftskapitän Schröder war begeistert. „Das erste Spiel war nicht so gut. Das zweite Spiel haben sie deutlich gewonnen. Und jetzt im dritten Spiel dominieren sie auch. Du willst in dem Turnier von Spiel zu Spiel immer besser werden - und das tun sie“, sagte Schröder, der unter den 12.550 Fans in der Arena war, bereits zur Halbzeit.

Deutschland von Anfang an im Spiel

Lange hatte vor der Partie vor Mali gewarnt. „Mali ist wie einige der afrikanischen Teams sehr athletisch, sehr kräftig, sehr dynamisch“, sagte der Bundestrainer. „Es wird ein ganz anderes Spiel als gegen Japan, das zwar schnell ist, aber lange nicht so physisch. Da müssen wir uns umstellen.“

Leonie Fiebich und die deutschen Basketballerinnen stehen bei der Heim-WM in der Zwischenrunde. Foto: Andreas Gora
Leonie Fiebich und die deutschen Basketballerinnen stehen bei der Heim-WM in der Zwischenrunde. Foto: Andreas Gora

Und diese Umstellung gelang der deutschen Mannschaft von Anfang an sehr gut. Zwei Tage nach dem Sieg gegen Japan gehörte auch Aufbauspielerin Alexis Peterson wieder zum Kader. Die vor zwei Jahren eingebürgerte Amerikanerin war nach ihrer Lebensmittelvergiftung rechtzeitig fit und führte von der Bank kommend Regie.

Zwei WNBA-Spielerinnen trumpfen auf

Gegen den Außenseiter, der am Samstag völlig überraschend gegen Spanien gewonnen hatte, dominierte die DBB-Auswahl von Beginn an das Geschehen und führte nach den ersten zehn Minuten mit fünf Punkten (23:18). Was auch an Geiselsöder lag. Die WNBA-Spielerin hatte sich in den ersten beiden Partien noch sehr schwergetan, steuerte gegen Mali im ersten Viertel aber wichtige sechs Punkte bei.

Im zweiten Viertel setzte sich das deutsche Team immer weiter ab. Vor allem aus der Distanz hatten die deutschen Spielerinnen einen guten Tag erwischt und trafen vor der Pause 47 Prozent ihrer Dreipunktwürfe. Drei davon gingen auf das Konto von Riesentalent Bühner von den Portland Fire, die schon gegen Japan aufgetrumpft hatte. Zur Pause lag Deutschland mit 17 Punkten vorne.

Frieda Bühner hatte mit vielen Dreiern großen Anteil am deutschen Erfolg. Foto: Andreas Gora
Frieda Bühner hatte mit vielen Dreiern großen Anteil am deutschen Erfolg. Foto: Andreas Gora

Deutschland gerät nicht mehr in Gefahr

Auch nach dem Seitenwechsel hatte die deutsche Mannschaft die Partie sicher im Griff. Defensiv gestattete Deutschland den Spielerinnen Malis kaum einfache Würfe, offensiv fand vor allem Geiselsöder immer mehr ihren Rhythmus. So konnte es sich der Bundestrainer sogar erlauben, seinen Topspielerinnen Leonie Fiebich und Nyara Sabally mit Blick auf das K.o.-Spiel gegen Südkorea einige Verschnaufpausen zu geben.

Sollte sich Deutschland gegen Südkorea durchsetzen, würde es am Donnerstag im Viertelfinale auf Medaillenkandidat Belgien treffen. Der Europameister gewann das Spitzenspiel der Gruppe C gegen Australien auch dank 22 Punkten von Starspielerin Emma Meesseman mit 80:68 und ist damit weiter ungeschlagen.

Ähnliche Artikel