Gefährliche Tropenkrankheit Malaria am Frankfurter Airport: Behörde rät zu Mückenschutz

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Von dpa
| 17.09.2026 04:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Erneut erkrankten Menschen in Umgebung des Frankfurter Flughafens an Malaria. (Symbolbild) Foto: Boris Roessler
Erneut erkrankten Menschen in Umgebung des Frankfurter Flughafens an Malaria. (Symbolbild) Foto: Boris Roessler
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Erneut erkranken Menschen in Frankfurt an Malaria. Fachleute gehen davon aus, dass dies mit dem Flughafen zusammen hängt. Eigentlich kommen solche Fälle selten vor. Was das Gesundheitsamt jetzt rät.

Als Reaktion auf die Entdeckung zweier weiterer Malaria-Fälle rät die Stadt Frankfurt am Main Bürgerinnen und Bürgern zu Mückenschutz. „Wir raten zu Mückenschutz durch Repellentien und bedeckende Kleidung“, teilt das Gesundheitsamt auf Anfrage mit. Repellentien sind Substanzen, die Mücken durch Duftstoffe fernhalten, es gibt sie etwa in Form von Sprays.

Ergänzend könne in den Wohnräumen Mückenschutz beispielsweise durch Fliegengitter das Risiko eines Stichs minimieren, teilt das Gesundheitsamt mit. Die Gefahr, mit Malaria infiziert zu werden, sei für die Bevölkerung in der Stadt aber als sehr gering anzusehen: „Die klimatischen Bedingungen sind für den Zyklus von Mücke und Erreger in Deutschland ungünstig.“ 

Am Dienstag hatte das Amt bekanntgegeben, dass zwei Anwohner des Frankfurter Flughafens erkrankt sind. Es geht von einer Infektion durch eine Mücke aus, die in einem Flugzeug nach Frankfurt gelangte. Im Sommer waren bereits sechs Mitarbeiter des Flughafens an der sogenannten Flughafen-Malaria erkrankt, zwei davon starben.

Wie häufig kommen Fälle von Flughafen-Malaria vor?

Fälle von Flughafen-Malaria, also Malaria durch Übertragung im Umfeld eines Flughafens, sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland sehr selten. Wie häufig solche Fälle registriert werden, zeigt eine 2024 im Fachjournal „Eurosurveillance“ veröffentliche Studie.

99 Prozent der Malariafälle in Europa importiert

Demnach wurden 2022 mehr als 99 Prozent der 6.131 in Europa festgestellten Malariafälle aus Endemiegebieten importiert - also aus Regionen, in denen die Krankheit ständig oder regelmäßig vorkommt. Von 1969 bis Anfang 2024 wurden demnach in Datenbanken 145 Fälle von Malaria bekannt, bei denen sich die Betroffenen in Europa angesteckt hatten.

Mindestens 105 davon - möglicherweise bis zu 113 - galten als Flughafen-Malaria. Am stärksten davon betroffen waren Frankreich (52 Fälle), Belgien (19 Fälle) und Deutschland mit 9 Fällen - davon 8 in Frankfurt und 1 in München. Viele Betroffene arbeiteten oder wohnten demnach in der Nähe eines internationalen Flughafens.

Malaria wird durch bestimmte Mücken übertragen. (Symbolbild) Foto: James Gathany/AP/dpa
Malaria wird durch bestimmte Mücken übertragen. (Symbolbild) Foto: James Gathany/AP/dpa

Zudem gab es 32 Fälle von sogenannter Gepäck-Malaria - hier war eine infizierte Mücke im Gepäck transportiert worden und der Infektionsort lag weit entfernt von einem Flughafen. Drei dieser Fälle entfielen demnach auf Deutschland. Bei acht Erkrankungen war die Zuordnung zu Flughafen- oder Gepäck-Malaria unklar.

Die meisten Fälle von Flughafen-Malaria im Sommer

Die meisten Fälle von Flughafen-Malaria (83 von 105) traten demnach in den Sommermonaten auf. „Da die infizierte Mücke am Zielflughafen überleben können muss, spielen Umweltbedingungen höchstwahrscheinlich eine Schlüsselrolle“, schreibt das Team, dem auch ein Mitarbeiter des RKI angehörte. 

Allerdings schränkt das Team in dem Artikel ein, dass es keine zentrale Erfassung solcher Daten gebe. In Deutschland wurden laut RKI 2024 insgesamt 934 Fälle von Malaria gemeldet, darunter vier Todesfälle.

Zusammenhang zwischen Fällen wird untersucht

Die beiden neu Erkrankten in Frankfurt aus dem nah am Flughafen liegenden Stadtteil Schwanheim sind in stationärer Behandlung. Weitere Details zu ihnen und ihrem Zustand wurden nicht mitgeteilt. Die näheren Umstände werden noch untersucht - auch, ob es einen Zusammenhang mit den vorherigen sechs Malaria-Fällen gibt. 

Bereits Ende August waren insgesamt sechs Fälle von Malariainfektionen bei Mitarbeitern des Flughafens bekanntgeworden. (Symbolbild) Foto: Andreas Arnold
Bereits Ende August waren insgesamt sechs Fälle von Malariainfektionen bei Mitarbeitern des Flughafens bekanntgeworden. (Symbolbild) Foto: Andreas Arnold

Das Frankfurter Gesundheitsamt ruft Bürger und Bürgerinnen sowie Ärzte und Ärztinnen dazu auf, bei Symptomen an Flughafen-Malaria zu denken. Es betreibt auch ein Monitoring von Mücken, das nun auf Schwanheim ausgeweitet wurde.

Krankheit wird durch Mücken übertragen

Malaria ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Mücken übertragen wird. „Besonders bei Risikogruppen kann die Krankheit zu Koma und Tod führen. Schutz vor Mückenstichen und die Einnahme von vorbeugenden Medikamenten können die Erkrankung verhindern.“

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