Fußball-Nationalmannschaft Der Papa als Vorbild: Mika Baur und der eigene „Fußabdruck“
Baur? Der Name sagt vor allem Handballfans etwas. Markus Baur wurde 2007 Weltmeister. Fast zwei Jahrzehnte später steht plötzlich sein Sohn im Fokus - bei Jürgen Klopp.
Beim Namen Baur denken viele deutsche Sportfans bislang eher an Handball als an Fußball. Aber vielleicht ändert sich das unter Jürgen Klopp. Markus Baur wurde als Handball-Nationalspieler 2004 zunächst Europameister und drei Jahre später auch noch Weltmeister. Jetzt könnte sein 22 Jahre alter Sohn Mika auch zur eigenen Überraschung in dieser Woche mit dem Ball am Fuß ebenfalls zum Nationalspieler aufsteigen.
Wow, sagen dazu Papa und der Filius. Als Klopp bei seiner Präsentation als Bundestrainer Ende Juli von einer Liste mit 57 Kandidaten für die DFB-Auswahl sprach, da schreckte Mika Baur in Glasgow nicht auf und dachte, dass auch sein Name dabei sein könnte. „Nee. Das war für mich bis zu dem Anruf sehr weit weg“, erzählte der DFB-Neuling nun in Herzogenaurach.
Und selbst nach den ersten Trainingseinheiten unter Klopp bekannte Mika Baur: „Das fühlt sich immer noch unrealistisch an.“ Für ihn war im Sommer schon der Sprung vom Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn zum schottischen Topclub Celtic Glasgow ein gewaltiger Karriereschritt. „Aber dass es auch zu so einem Schritt führen kann, damit habe ich nicht gerechnet“, sagte der nur 1,72 Meter große und 62 Kilogramm leichte Mittelfeldspieler.
Als Kind hatte er es auch mal als Handballer probiert. Aber dann suchte er sein Glück doch bei den Fußballern. In dieser Woche will er nun „alles aufsaugen“ und im Idealfall erste Länderspielminuten sammeln und so seinen „Fußabdruck hinterlassen“.
Der Papa kommt zum Spiel in Griechenland
Der Papa wird übrigens zur zweiten Nations-League-Partie am kommenden Sonntag nach Griechenland kommen. An diesem Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF) nach München gegen Serbien schaffe er es mal wieder nicht. Also komme er nach Thessaloniki. „Es hat mit dem schlechten Gewissen zu tun, weil er es auch noch nicht geschafft hat nach Glasgow“, sagte Mika Baur lachend.
Die Erfolge des Vaters empfindet er weder als Auftrag noch als Bürde. „Das ist ein Brett. Im Optimalfall wollen wir natürlich alle Titel gewinnen. Aber das hat er jetzt nicht zu mir gesagt“, sagte Mika Baur. Vielmehr könne sein Vater auf seine Handballer-Vita „sehr stolz sein“. Stolz auf den Sohn ist er aber bestimmt auch.