Onlinehandel Onlinekäufer schicken so viele Pakete zurück wie nie zuvor

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Von dpa
| 30.09.2026 05:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die kostenlosen Rücksendungen einzelner Kunden wirken sich zulasten der Artikelpreise für alle Kunden aus. (Archivbild) Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
Die kostenlosen Rücksendungen einzelner Kunden wirken sich zulasten der Artikelpreise für alle Kunden aus. (Archivbild) Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
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Passt nicht? Dann zurück damit! Die Menge an Rücksendungen von Online-Bestellungen steigt und steigt. Das hat laut Experten auch damit zu tun, dass immer mehr Menschen über Smartphone-Apps einkaufen.

Die Zahl der Retouren von online bestellten Produkten steuert 2026 in Deutschland auf einen Höchststand zu. In diesem Jahr schicken Kunden voraussichtlich 560 Millionen Pakete zurück, wie Berechnungen des Retourenforschers Björn Asdecker von der Universität Bamberg zeigen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Im vergangenen Jahr hatte der Wert bei 550 Millionen Paketen gelegen. 

Grund für die Zunahme sei ein weiteres Wachstum im Onlinehandel bei einer etwa gleichbleibend hohen Retourenquote. Nahezu jedes vierte online bestellte Paket werde retourniert, sagt Asdecker. Die Quote an zurückgesendeten Paketen könnte sogar tendenziell noch steigen, denn immer mehr Menschen kauften inzwischen über Apps auf ihrem Smartphone ein und seltener am Computer: „Auf Smartphone-Apps wird schneller gekauft. Es werden weniger Informationen konsumiert, bevor man den Bestellbutton drückt.“

Gratis-Rücksendungen oft über höhere Artikelpreise finanziert

Das hohe Retourenaufkommen hängt auch damit zusammen, dass sehr viele Onlinehändler kostenlose Retouren anbieten. Besonders häufig werde Kleidung zurückgeschickt. Über 80 Prozent der retournierten Pakete und rund 90 Prozent der retournierten Artikel entfielen auf das Modesegment, so Asdecker.

Für die Händler bedeutet die Entwicklung zusätzlichen Margendruck. Denn die Kosten für sie sind hoch. Etwa 20 Prozent von ihnen haben pro Rücksendung Ausgaben über 10 Euro. Der größte Kostenblock ist laut einer Untersuchung des Handelsforschungsinstituts EHI der Rücktransport, der etwa zwei Drittel der Retourenkosten ausmacht. 

Viele Händler legen die Kosten der Gratis-Rücksendungen auf ihre Artikelpreise um. Die Rücksendungen einzelner Kunden wirken sich somit zulasten der Preise für alle Kunden aus. 

Experimente mit KI

Um mit den vielen Retouren fertig zu werden, setzen Händler auch auf KI. Knapp jeder zehnte befragte Händler experimentiert inzwischen laut EHI mit KI-gestützten Lösungen, um Retouren besser zu analysieren. Die KI komme im Retourenmanagement an, so das EHI, allerdings bleibe sie vorerst oft ein Pilotprojekt und werde noch nicht breit operativ eingesetzt.

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