Kriminalität Viele Verletzte bei Messerattacke an Schule in Polen
Schock im polnischen Ostroleka: Ein 19-Jähriger sticht mit einem Messer zu, Schüler und Lehrer werden verletzt. Was Zeugen berichten und wie die Stadt jetzt reagiert.
Bei einer Messerattacke an einer Berufsschule in Polen sind mindestens neun Menschen verletzt worden, davon zwei sehr schwer. Der mutmaßliche Täter, ein 19-Jähriger, sei festgenommen worden, sagte eine Polizeisprecherin dem Sender Polsat News. Die Verletzten, darunter fünf Schüler, zwei Lehrer und zwei Passanten, wurden mit Krankenwagen und Rettungshubschraubern in Krankenhäuser gebracht. Zu dem Angriff kam es in einem Berufsschulzentrum in der Stadt Ostroleka in der Woiwodschaft Masowien, knapp 100 Kilometer nördlich von Warschau.
Zeugen hörten Hilferufe
Nach Augenzeugenberichten soll der junge Mann ein Messer in der Hand gehalten und Menschen angegriffen haben. Die Attackierten hätten „Hilfe“ und „Ruft die Polizei“ geschrien. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste seien zum Unglücksort geeilt. Einige Schüler hätten sich in den Klassenzimmern verbarrikadiert. Nach dem Angriff habe der Täter das Schulgelände verlassen und auf der Flucht zwei unbeteiligte Passanten verletzt, hieß es. Er sei etwa eine halbe Stunde später nach einer Fahndungsaktion am Stadtrand festgenommen worden, sagte die Polizeisprecherin.
Zum möglichen Motiv des Täters wird noch ermittelt. Der Verdächtige habe sich auch selbst verletzt und werde medizinisch versorgt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Nachrichtenagentur PAP berichtete unter Berufung auf das Polizeipräsidium der Woiwodschaft, dass der junge Mann selbst Schüler an der Berufsschule sei. Sein Rucksack wurde sichergestellt und sollte zunächst von Experten auf Sprengstoff untersucht werden.
Der mutmaßliche Täter sei polnischer Staatsbürger, sagte der Woiwode von Masowien, Mariusz Frankowski, nach einer Krisensitzung. Er trat damit Spekulationen in den Medien entgegen. Der Schüler sei wegen Drogenbesitzes polizeibekannt gewesen. Es habe sich indes um eine geringe Menge der Substanz gehandelt und es sei bei einem Einzelfall geblieben. Das Verfahren sei seines Wissens eingestellt worden.
Psychologische Hilfe angeboten
Der Bürgermeister von Ostroleka, Pawel Niewiadomski, betonte, dass die Lage unter Kontrolle sei. Er kündigte psychologische Unterstützung für die betroffenen Schüler und Lehrer an: „Besondere Aufmerksamkeit werden wir denjenigen Schülern widmen, die am eigenen Leib starken Stress oder ein Gefühl der Bedrohung erlebt haben.“ Zudem bat der Stadtpräsident darum, keine unbestätigten Informationen zu verbreiten. Das Berufsschulzentrum in der Stadt mit rund 48.000 Einwohnern bleibt bis auf weiteres geschlossen.