Todesstrafe US-Kreise: Livestream soll Militärhinrichtung zeigen

dpa
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Von dpa
| 09.10.2026 00:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die geplante Erschießung eines Attentäters soll auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas stattfinden und per Livestream übertragen werden. (Archivbild) Foto: Bob Daemmrich/dpa
Die geplante Erschießung eines Attentäters soll auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas stattfinden und per Livestream übertragen werden. (Archivbild) Foto: Bob Daemmrich/dpa
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Anfang Dezember wollen die USA erstmals seit mehr als 60 Jahren eine Militärhinrichtung durchführen. Sie solle öffentlich sein, sagt der US-Verteidigungsminister. Nun werden mehr Details bekannt.

Die Anfang Dezember geplante Erschießung eines zum Tode verurteilten Attentäters auf einem Militärstützpunkt im US-Bundesstaat Texas soll per Livestream übertragen werden. Das bestätigte ein Beamter aus dem Pentagon der Deutschen Presse-Agentur. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor bereits gesagt, dass die von Präsident Donald Trump genehmigte Hinrichtung eines früheren Psychiaters des US-Heeres durch ein Erschießungskommando öffentlich stattfinden solle. 

Man werde dafür sorgen, dass Menschen die Hinrichtung von Nidal Hasan, der der 2009 ein Massaker auf einem Militärstützpunkt verübte, öffentlich beobachten könnten, sagte Hegseth dem rechtskonservativen US-Sender Real America’s Voice. „Die Menschen müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben.“ 

Menschen sollen die Hinrichtung Hasans öffentlich beobachten können - sagt US-Verteidigungsminister Hegseth. (Archivbild) Foto: Jeremias Gonzalez/AP/dpa
Menschen sollen die Hinrichtung Hasans öffentlich beobachten können - sagt US-Verteidigungsminister Hegseth. (Archivbild) Foto: Jeremias Gonzalez/AP/dpa

Sollte es tatsächlich zu der Exekution kommen, wäre es laut US-Medien die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren. Sie ist für den 3. Dezember auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas geplant. Der damalige Militärpsychiater Hasan hatte dort 13 Menschen getötet und 32 verletzt. 

Hinrichtungen in den USA aktuell besonders im Fokus

Trump hatte seine Hinrichtung erst vor Kurzem genehmigt - wenige Tage nachdem im US-Bundesstaat Tennessee ein Hinrichtungsversuch gescheitert war. Der wegen Mordes verurteilten Christa Pike wurden nach Angaben der Behörden zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht, doch sie lebte weiter. Der Fall hat die Debatte um die Todesstrafe in den USA neu entfacht.

In einer Reihe mit Afghanistan und Iran? 

Öffentliche Erschießungen wurden in den USA unter anderem während des Amerikanischen Bürgerkriegs im 19. Jahrhundert als Abschreckung eingesetzt. Die bislang letzte Hinrichtung durch ein Erschießungskommando des US-Militärs fand 1945 statt. Die letzte allgemein öffentliche Hinrichtung in den USA war 1936: Damals wurde im Bundesstaat Kentucky ein Mann vor Tausenden Schaulustigen gehängt. 

Falls die USA nun tatsächlich wieder eine öffentliche Hinrichtung durchführen, würde sie das in die Nähe von Staaten rücken, deren Vorgehensweisen sie an anderer Stelle gerne anprangern. Im vergangenen Jahr fanden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mindestens 17 öffentliche Hinrichtungen statt: sechs in Afghanistan und elf im Iran. 

Ein solcher Vorgang - zumal per Livestream übertragen - wirft viele Fragen auf, etwa was genau Trumps Regierung damit bezweckt und ob es Zugangsbeschränkungen geben wird, um zu verhindern, dass beispielsweise Kinder die Hinrichtung verfolgen. 

Die letzte Militärhinrichtung in den USA fand 1961 statt

Das US-Militär hat US-Medien zufolge im Jahr 1961 zuletzt einen Armeeangehörigen hingerichtet, der für die Vergewaltigung und den versuchten Mord an einer Elfjährigen während seines Einsatzes in Österreich zum Tode verurteilt worden war.

Falls das Urteil gegen Hasan vollstreckt wird, wäre es laut US-Medien zugleich die erste Hinrichtung auf Bundesebene seit Januar 2021. Damals ließ Trump in den letzten Wochen seiner ersten Amtszeit 13 Häftlinge exekutieren. 

Das Massaker von Fort Hood

Im November 2009 hatte Hasan als Psychiater des US-Heeres auf dem Stützpunkt Fort Hood das Feuer eröffnet und zwölf Soldaten sowie einen Zivilisten getötet und Dutzende Menschen verletzt, bevor er selbst angeschossen und festgenommen wurde. 

Hasan gab laut „New York Times“ an, den Angriff im Namen des Dschihads, des sogenannten Heiligen Krieges, verübt zu haben. Die Kriege in Afghanistan und Irak habe er illegal genannt. Der Anschlag ereignete sich auf dem Höhepunkt des Anti-Terror-Kampfes nach dem 11. September 2001. Hasan wurde laut US-Medien in den USA als Sohn palästinensischer Eltern geboren und habe sich vor dem Anschlag zunehmend radikalisiert. 

Für seine Tat wurde er 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. Er habe keine Reue gezeigt und den Wunsch geäußert, bei dem Anschlag selbst gestorben zu sein, um als Märtyrer zu gelten. Hasan ist laut US-Medien einer von vier Todeskandidaten im Militärjustizsystem.

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