Radsport Seixas jüngster Sieger der Lombardei-Rundfahrt
Vor dem Start des Herbstklassikers kommt es zu einem Fahrerprotest. Anschließend zeigt der französische Jungstar seine ganze Klasse und holt sich sein erstes Radsport-Monument.
Jungstar Paul Seixas hat Historisches geschafft und sich zum jüngsten Sieger der Lombardei-Rundfahrt gekrönt. Der 20-jährige Franzose holte sich bei der 120. Auflage des Herbstklassikers nach 239 Kilometern den Sieg im Alleingang. Im Alter von 20 Jahren und 16 Tagen übertraf Seixas den Italiener Giovanni Gerbi, der bei seinem Sieg im Jahre 1905 20 Jahre und 161 Tage alt war. Ohnehin gab es nur drei Fahrer, die bei ihrem Sieg eines der fünf Radsport-Monumente noch jünger waren.
Auf den Plätzen zwei und drei erreichten Vuelta-Sieger Enric Mas aus Spanien und der Italiener Giulio Ciccone das Ziel in Como. Topfavorit Remco Evenepoel musste indes am vorletzten Anstieg abreißen lassen und belegte am Ende Platz vier.
Siegesserie von Pogacar beendet
Seixas, der bei der Tour de France auf Anhieb den vierten Platz belegt hatte, beendete damit die Siegesserie von Superstar Tadej Pogacar. Der Slowene, der bei dem Rennen fünfmal in Serie siegreich gewesen war, hatte nach seinem Schlüsselbeinbruch bei der Vuelta die Saison vorzeitig beendet.
Für Seixas war es bereits der achte Saisonsieg. Zuvor hatte er bereits den Halbklassiker Fleche Wallonne und die Baskenland-Rundfahrt gewonnen. Außerdem belegte er bei der WM den dritten Platz im Zeitfahren.
Die Entscheidung des Rennens fiel 18 Kilometer vor dem Ziel, als Seixas am steilen Civiglio die gesamte Konkurrenz abschüttelte und sich anschließend nicht mehr einholen ließ.
Fahrerprotest vor dem Start
Bevor das Peloton in Bergamo losrollte, gab es vonseiten der Fahrer zunächst einen fünfminütigen Protest wegen erneuter Sicherheitsvorfälle in jüngster Vergangenheit. Evenepoel trat dabei als Sprecher des Fahrerfelds auf.
„Allein in dieser Woche gab es mehrere Vorfälle, bei denen Fahrzeuge auf die Rennstrecke gerieten. Zwei Fahrer stürzten nach einer Kollision mit einem Motorrad, das auf der Strecke entgegen der Fahrtrichtung unterwegs war“, schrieb Adam Hansen als Vertreter der Fahrervereinigung CPA. „Tragischerweise kam in diesem Sommer ein Mensch durch genau diese Art von Nachlässigkeit ums Leben (Anm.: Finlay Tarling). Wir werden das nicht länger hinnehmen.“
Tarlings Vater Michael bedankte sich für die Aktion. „Es müssen Veränderungen her, und keine andere Familie sollte je den Anruf erhalten, den wir am 14. August bekommen haben. Wir hoffen aufrichtig, dass die UCI (Weltverband) zuhört und Veränderungen umgesetzt werden“, schrieb er auf X.
We are so thankful, moved and proud of Fin’s fellow cyclists today for making a stand at the Tour of Lombardy. Things need to change and no other family should ever receive the phone call we received on 14th Aug. We sincerely hope the UCI are listening and changes will be made. pic.twitter.com/dQFVFngerO
— Michael Tarling (@tarling_michael) October 10, 2026