Riesling, Dornfelder und Co Weinernte unterm Durchschnitt - so niedrig wie 2010?

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Von dpa
| 13.10.2026 03:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Hitze und Sonne haben kleine aber hoch konzentrierte Trauben hervorgebracht. (Archivbild) Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Hitze und Sonne haben kleine aber hoch konzentrierte Trauben hervorgebracht. (Archivbild) Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Die Winzer in Deutschland rechnen bei der Lese wieder mit weniger Ertrag als in einem Durchschnittsjahr. So wenig wie seit 16 Jahren nicht? Die Schätzungen gehen noch auseinander.

Die Weinlese nach dem heißen und trockenen Sommer ist bis auf wenige Ausnahmen abgeschlossen und lässt einen qualitativ guten Jahrgang erwarten. Die Winzerinnen und Winzer in Deutschland rechnen 2026 allerdings mit einer geringeren Ausbeute als in einem Durchschnittsjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden und das Deutsche Weininstitut (DWI) im rheinhessischen Bodenheim berichten. Wie niedrig die Erntemenge ausfällt, schätzen sie unterschiedlich ein. 

Das Statistische Bundesamt geht von einer um vier Prozent niedrigeren Ernte aus als im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025. Das wäre ein Minus von etwa 30 Millionen Litern. Die gesamte Lesemenge werde voraussichtlich bei 8,0 Millionen Hektolitern liegen - mehr als im Vorjahr mit 7,7 Millionen Hektolitern, teilte die Behörde in Wiesbaden mit. 

Weininstitut rechnet mit Ertrag in der Höhe von 2010 

Das DWI geht in seiner Prognose dagegen davon aus, dass die Menge rund 20 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 8,7 Millionen Hektolitern liegt und damit so niedrig ist, wie seit 16 Jahren nicht mehr. 2010 seien es 7,1 Millionen Hektoliter gewesen, sagte DWI-Sprecher Ernst Büscher. 

Die unterschiedlichen Vorhersagen könnten mit den - wegen der Hitze und Sonne - besonders kleinen Trauben in diesem Jahr zusammenhängen. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes basieren auf einer Schätzung zum 20. September. 

„Der Traubenbehang in den Weinbergen war durchaus gut und hat Mitte September wahrscheinlich noch größere Mengen erwarten lassen“, sagte Büscher. Die aktuellere Schätzung des DWI basiere auf den geringeren Saftausbeuten beim Pressen der Trauben. 

Der Ertrag der Lese fällt 2026 geringer aus als im Durchschnitt. Die genaue Menge kann bisher nur geschätzt werden.  Foto: Daniel Vogl/dpa
Der Ertrag der Lese fällt 2026 geringer aus als im Durchschnitt. Die genaue Menge kann bisher nur geschätzt werden. Foto: Daniel Vogl/dpa

Der Ertrag hängt auch vom Alter der Reben ab

Die Ertragslage variierte innerhalb der Anbaugebiete je nach Alter der Reben und Wasserspeicherkraft der Böden sehr stark, wie Büscher sagte. „Insbesondere ältere Reben haben sich in den letzten Jahren an die zunehmende Trockenheit in den Weinregionen angepasst und dank ihrer tiefen Wurzeln die diesjährige Dürre erstaunlich gut überstanden.“ Jüngere Weinberge und Anlagen auf leichten Böden hätten dagegen sichtbar unter der Wasserknappheit gelitten. 

70 Prozent weiße Rebsorten 

Mehr als die Hälfte der gesamten erwarteten Lesemenge in Deutschland (56 Prozent) entfällt den Statistikern zufolge wieder auf Rheinhessen (2,4 Millionen Hektoliter) und die Pfalz (2,1 Millionen). Ein weiteres knappes Viertel verteile sich auf Baden und Württemberg. 

Etwa 70 Prozent der Weinernte seien Weißmost und 30 Prozent rote Trauben. Zuwächse gibt es vor allem bei Riesling und Dornfelder. Von Grünem Silvaner und Blauem Portugiesen werden dagegen etwas weniger Trauben gelesen.

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