Kunsthalle Würth Steinmeier warnt vor neuem Kulturkampf

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Von dpa
| 13.10.2026 13:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wiedereröffnung der erweiterten Kunsthalle Würth mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. (Foto - aktuell) Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Wiedereröffnung der erweiterten Kunsthalle Würth mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. (Foto - aktuell) Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Nach dem Umbau steht der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall mehr Fläche zur Verfügung. Bei der Feier richtet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Blick aber auf eine Gefahr für die Kunst.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eindrücklich vor Beschränkungen der Kunstfreiheit gewarnt. „Vor Jahren schien die Gefahr noch abstrakt, inzwischen fürchtet das Bauhaus in Dessau um sein Überleben. Und viele andere Einrichtungen auch“, sagte er laut vorab verbreitetem Redemanuskript anlässlich der Wiedereröffnung der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall.

Ein neuer Kulturkampf sei ausgerufen und drohe, mit nationalistischer Engstirnigkeit den wiedergewonnenen „Freiraum Kunst“ erneut zu beschränken. „Dem müssen wir uns mit aller Kraft entgegenstellen!“, mahnte der Bundespräsident. 

„Kunst ist Ausdruck unseres Menschseins“

Die AfD in Sachsen-Anhalt hatte das Bauhaus als „Irrweg der Moderne“ bezeichnet und möchte die dortige Landeskampagne mit dem Motto „#moderndenken“ gerne in „#deutschdenken“ umbenennen. Die in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte AfD war bei der Landtagswahl klar stärkste Kraft geworden, hat aber keine absolute Mehrheit.

Steinmeier betonte, das Grundgesetz schütze die Kunstfreiheit ganz explizit - geprägt von der Erfahrung der Zeit des Nationalsozialismus. „Kunst ist Ausdruck unseres Menschseins, unserer Individualität, unseres unabhängigen Denkens und Empfindens“, so der Bundespräsident weiter. Zugleich würdigte er den Einsatz des Unternehmers Reinhold Würth für sein kulturelles Engagement. 

Drei Jahre Umbauphase

Nach rund dreijähriger Erweiterungs- und Umbauphase präsentiert sich die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall nun erstmals in seiner neuen Form. Die Einrichtung hat rund 600 Quadratmeter zusätzliche Ausstellungsfläche gewonnen und verfügt nun über insgesamt rund 3.200. Die Baukosten betrugen 25 Millionen Euro.

Den Auftakt im wiedereröffneten Haus bildet die große Einzelausstellung „Anselm Kiefer - Alles, was der Fall ist“. Kiefer gehört zu den prägenden Positionen innerhalb der Sammlung Würth. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) würdigte anlässlich des Festaktes die Verdienste von Würth für den Kunststandort im Südwesten.

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