Nach Remis in Champions League In Europa hui, in der Liga pfui? VfB und die Top-Team-Frage

Christoph Lother, dpa
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Von Christoph Lother, dpa
| 21.10.2026 05:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die VfB-Profis haderten mit dem einen Punkt gegen Atlético. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa
Die VfB-Profis haderten mit dem einen Punkt gegen Atlético. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa
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Bei Stuttgarts überraschend starkem Auftritt gegen Atlético fehlt nur die Krönung. Sind die Schwaben nun eine Spitzenmannschaft oder nicht? Effizienz bleibt ein Thema - auch vor dem Gladbach-Spiel.

Maximilian Mittelstädt wollte keine Zweifel aufkommen lassen. „Wir sind gut, keine Frage“, sagte der Nationalspieler des VfB Stuttgart. „Wenn du gegen Atlético Madrid so spielst in der Champions League, dann bist du gut.“ Wie gut, da scheiden sich bei den Schwaben derzeit die Geister - auch nach dem 1:1 gegen den spanischen Topclub in der Fußball-Königsklasse.

In Europa hui, in der Liga pfui? Könnte man meinen. Doch zur Wahrheit gehört auch: Sechs ihrer nun sieben Punkte in der Champions League, in der sie klar auf K.o.-Phasen-Kurs liegen, holten die Stuttgarter gegen die internationalen Außenseiter Viking Stavanger (3:1) und Slovan Bratislava (3:0).

Zwei ihrer schon vier Niederlagen in der Bundesliga, in der sie hinterherhinken, kassierten sie gegen die nationalen Schwergewichte Bayern München (1:5) und Borussia Dortmund (0:1). Ein zweiter Blick lohnt also bei der Analyse.

Effizienz als Thema der Woche

Und auch ein dritter. Denn: Effizienz ist das Thema der Woche beim VfB. Gegen Atlético zeigten die Stuttgarter am Dienstagabend einen starken, mitunter famosen Auftritt. Laut Sportvorstand Fabian Wohlgemuth war es ihr „bestes Spiel“ in der bisherigen Saison. Doch wie schon drei Tage zuvor bei der 0:1-Niederlage beim Hamburger SV ließen sie etliche Gelegenheiten aus.

„Wir waren klar besser, haben viele Chancen gehabt“, sagte Kapitän Deniz Undav. „Das ist etwas, was uns gerade verfolgt: Dass wir daraus ein bisschen bis gar nix machen.“ Und was am Freitag (20.30 Uhr/Sky), wenn Bundesliga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach zu Gast ist, wieder anders laufen soll.

Wohlgemuth: Beide Wettbewerbe wichtig

„Beide Wettbewerbe sind wichtig für uns. Wir heben uns in keinem Spiel eine Idee für das nächste auf“, erklärte Wohlgemuth. Ein Verdacht, dass sich die Stuttgarter für die glanzvollen Europapokal-Abende womöglich noch ein Stück weit mehr motivieren könnten, soll gar nicht erst aufkommen. Die „100 Prozent“ und die „Energie“ aus dem Atlético-Spiel nun auch gegen Gladbach wieder auf den Platz zu bekommen - das müsse das große Ziel sein, meinte Mittelstädt.

„Wenn wir diese Energie haben, sind wir eine Topmannschaft“, sagte der 29-Jährige. Das klang schon anders als bei Teamkollege Undav vor wenigen Tagen. „Wir müssen anfangen, im Kopf zu haben, dass wir keine Spitzenmannschaft gerade sind“, hatte der nach dem Dämpfer beim HSV noch gesagt.

Vergab in der Schlussphase gegen Madrid eine Großchance: Jeff Chabot. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa
Vergab in der Schlussphase gegen Madrid eine Großchance: Jeff Chabot. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa

Undav: „Verlorene zwei Punkte“

Gegen Atlético lieferten die Stuttgarter alles, was es in einem Topspiel braucht - nur eben den Ball kein zweites Mal im gegnerischen Tor. Nach der Führung durch Jamie Leweling (36. Minute) und dem Ausgleich durch Julián Alvarez (47.) hatte Madrids Morten Hjulmand für ein heftiges Foul die Rote Karte gesehen (64.), der VfB seine lange Überzahl letztlich aber nicht nutzen können.

Der eine Zähler, den vor dem Spiel vermutlich jeder beim VfB unterschrieben hätte, wirkte auf einmal ziemlich mager. Von „verlorenen zwei Punkten“ sprach Offensivmann Undav. Und auch die übrigen Stuttgarter wirkten hin- und hergerissen: zwischen Stolz und Ärger. Im Grunde seien alle glücklich, meinte Sportchef Wohlgemuth. Was die Leistung betrifft. Allerdings nicht das Ergebnis.

Ein Teil- als Achtungserfolg. Aber eben nicht der ganz große Coup, der möglich gewesen wäre. Und dennoch eine kleine Initialzündung? Man könne schon viel aus diesem Spiel mitnehmen, meinte Wohlgemuth, „viel Selbstbewusstsein“. Man sei „sehr, sehr gut gerüstet“ für Freitag. Für die Rückkehr in den Liga-Alltag. Auch in dem gilt es nun, konstanter zu werden. Um auf die Frage, ob die Stuttgarter eine Spitzenmannschaft sind, die passende Antwort zu finden.

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