Fußball-Bundesliga HSV-Leihgabe Philippe trifft: Paderborn stoppt Hamburg
In der ersten Halbzeit fehlen Tempo und Torgefahr, nach der Pause kommt Paderborn zu Chancen. Am Ende entscheidet eine Einwechslung das Duell.
Ausgerechnet HSV-Leihgabe Rayan Philippe hat dem Aufsteiger SC Paderborn einen Heimsieg beschert und den vierten Erfolg des Hamburger SV nacheinander in der Fußball-Bundesliga verhindert. Durch das 1:0 (0:0) vor heimischer Kulisse arbeiten sich die Ostwestfalen aus dem unteren Tabellendrittel nach oben, die Hamburger rangieren weiter im Mittelfeld.
Philippe, der im Sommer auf Leihbasis nach Paderborn gekommen war, traf in der Schlussphase als Joker (88.). Zuvor hatten Santiago Castañeda unmittelbar nach Wiederbeginn und Laurin Curda, dessen Versuch am Pfosten landete (73.), beste Chancen für Paderborn vergeben.
SCP-Trainer Ralf Kettemann hatte vor dem HSV gewarnt. „Die Mannschaft wird Selbstvertrauen haben“, sagte er mit Blick auf die jüngste Serie der Hamburger. Auch die Defensivstärke des Gegners hatte Kettemann hervorgehoben: „Sie kriegen wenig Gegentore und es wird eine harte Nuss, sie zu knacken.“ Schon in der Anfangsphase hatte seine Mannschaft mehr vom Spiel, fand aber keine Lösung.
Früher Rückschlag
Die Gäste peilten den vierten Sieg in Folge an. Das war ihnen in der Bundesliga zum bislang letzten Mal vor 17 Jahren gelungen. Doch nach nicht einmal einer Viertelstunde musste der HSV den ersten Dämpfer verdauen. Spielgestalter Fábio Vieira verließ mit Oberschenkelproblemen den Platz.
HSV-Trainer Merlin Polzin hatte vor der Partie vor allem auf die Paderborner Vorbereitung hingewiesen. „Sie werden viele Lösungen parat haben“, meinte er. „Es geht darum, dass wir klar in unserem Spiel bleiben.“
Kein Schuss aufs Tor im ersten Durchgang
Von Klarheit war auf beiden Seiten jedoch wenig zu sehen. Es fehlte an Tempo und Präzision im Spiel nach vorn, zahlreiche Abspiele landeten beim Gegner. Keinen einzigen Schuss aufs Tor sahen die 15.000 Zuschauer in der ersten Halbzeit.
„Das Spiel reißt die Zuschauer nicht vom Hocker“, sagte Sportgeschäftsführer Sebastian Lange in der Pause bei Sky. „Wir haben sehr viel Ballbesitz, kontrollieren auch das Spiel, kommen aber nicht in die gefährlichen Räume.“
Mehr Gefahr nach der Pause
Das sollte sich ändern: Der SC, der am Mittwoch im DFB-Pokal den VfB Stuttgart empfängt, begann schwungvoller und belohnte sich beinahe schon durch Castañeda. Der 21-Jährige scheiterte aus kurzer Distanz an HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes.
Nach 70 Minuten musste Polzin noch einmal verletzungsbedingt wechseln. Bilal Nadir hielt sich ebenfalls den Oberschenkel und dürfte für das Zweitrunden-Spiel im Pokal gegen Eintracht Frankfurt am Dienstag fraglich sein. Nachdem Curda noch gescheitert war, traf Philippe - und jubelte gegen seinen Stammverein eher verhalten.