Mobilität & Stadtradeln

Rad statt Auto: Was wäre, wenn...

| | 12.10.2021 10:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Was wäre wenn... nicht nur beim Stadtradeln die Menschen das Fahrrad statt des Autos nutzen würden? Symbolfoto: Archiv
Was wäre wenn... nicht nur beim Stadtradeln die Menschen das Fahrrad statt des Autos nutzen würden? Symbolfoto: Archiv
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Ostfriesland hat beim Stadtradeln erneut gut abgeschnitten. Doch was wäre wenn auch ein Teil der Teilnehmer an der Mobilitätsumfrage unserer Zeitung auf das Rad umsteigen würde?

Emden/Ostfriesland - Das Stadtradeln ist beendet. Die Auswertungen klingen gut: „Fast 80.000 Kilometer beim Stadtradeln in Moormerland“, „Leeraner erradelten eine halbe Million Kilometer“ und „Emder knacken beim Stadtradeln 300.000-Kilometer-Marke“. Allein in den genannten Gebieten machten 4204 Menschen beim Stadtradeln mit.

Was und warum

Darum geht es: Wenn auch nur ein kleiner Teil der Autofahrer aus der OZ-Mobilitätsumfrage auf das Rad umsteigen würde, würden fast 1800 Autokilometer wegfallen.

Vor allem interessant für: diejenigen, die das Auto für den Weg zur Arbeit nutzen und bis zu zehn Kilometer von ihrem Arbeitsort entfernt wohnen

Deshalb berichten wir: Die Aktion Stadtradeln ist beendet – wir haben uns gefragt, wie viel „Luft nach oben“ noch ist und haben unsere eigene Umfrage herangezogen.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Was und warum

Darum geht es: Wenn auch nur ein kleiner Teil der Autofahrer aus der OZ-Mobilitätsumfrage auf das Rad umsteigen würde, würden fast 1800 Autokilometer wegfallen.

Vor allem interessant für: diejenigen, die das Auto für den Weg zur Arbeit nutzen und bis zu zehn Kilometer von ihrem Arbeitsort entfernt wohnen

Deshalb berichten wir: Die Aktion Stadtradeln ist beendet – wir haben uns gefragt, wie viel „Luft nach oben“ noch ist und haben unsere eigene Umfrage herangezogen.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Insgesamt nahmen im Landkreis Aurich 1889 Menschen an der diesjährigen Stadtradeln-Aktion teil. 328.368 Kilometer kamen zusammen. 701 davon aus der Gemeinde Krummhörn – und 25.234 aus der Gemeinde Hinte. In Emdens kleiner Nachbargemeinde erreichten „nur“ 115 Radlerinnen und Radler diese doch sehr imposante Zahl.

Der Weg zur Arbeit

Doch wie viel Luft nach oben ist da noch? Einen Hinweis darauf bietet die Umfrage unserer Zeitung zum Thema Arbeitsweg. Hier kommt ein kleines Gedankenspiel mit Rechenbeispielen.

227 Menschen gaben bei unserer Umfrage an, dass sie für den Weg zur Arbeit das Fahrrad – gemeint sind klassische Räder und unterstützte Varianten wie E-Bikes oder Pedelecs – nutzen. Dem gegenüber standen 319 Autofahrer.

Ein kleines Gedankenspiel

Rechnet man die angegebenen Arbeitswege zusammen, kommen die 227 Radfahrer pro Woche auf eine Gesamtstrecke von 1320 Kilometern. Im Durchschnitt legt jeder Radler 5,8 Kilometern zurück. Die Autofahrer kommen hingegen auf einen durchschnittlichen Weg von 27,1 Kilometern bei einer Gesamtstrecke von 8659 Kilometern.

Was wäre nun aber, wenn die geringeren Auto-Strecken mit dem Rad zurückgelegt werden würden? Angenommen, jeder Autofahrer, der einen Arbeitsweg von bis zu sechs Kilometern hat, nimmt das Rad: 62 der Befragten würden umsteigen – und 1768 ansonsten vor allem mit Verbrennern zurückgelegte Kilometer einsparen (die Zahl der E-Autos war bei der Befragung verschwindend gering).

Zehn Kilometer als Grenze

In einem – durchaus umstrittenen – Urteil hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen 2019 entschieden, dass für Empfänger von ALG-II ein Radweg von bis zu zehn Kilometern zumutbar sei. Würden alle befragten Autofahrer, die einen Arbeitsweg von bis zu zehn Kilometern haben, ihr Auto stehen lassen, würde sich Folgendes ändern: Es gäbe 36 Radfahrer mehr (insgesamt würden also 98 umsteigen) und 304 weitere Radkilometer würden erradelt werden.

Kombiniert mit den bestehenden Radfahrern würde das bedeuten: Insgesamt 325 Radfahrer würden 221 Autofahrern gegenüber stehen – fast genau gespiegelt zum eigentlichen Ergebnis. 3386 Radkilometer würden 6587 Autokilometern entgegenstehen. An dieser Stelle: Es gibt auch Angaben, die deutlich über 100 Kilometern liegen bei den Autofahrern. Es darf zumindest angezweifelt werden, dass diese täglich zurückgelegt werden – bei den Berechnungen sind diese aber enthalten.

Zwölf der Autofahrer, die nach der angeführten Rechnung umsteigen könnten, kommen aus Emden – und arbeiten dort auch ausnahmslos. Sechs weitere kommen aus Hinte und müssen nach Emden. Hier könnte die angekündigte Sanierung des Sielweges, einer der Hauptverbindungsstrecken für Radfahrer zwischen Emden und Hinte, in der Zukunft vielleicht zu einem Umdenken führen.

Radfahren hat Vorteile

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) führt auf ihrer Internetseite bei den Vorteilen der Radnutzung unter anderem auf: „Eine dänische Studie zeigt, dass Menschen, die im Durchschnitt drei Stunden pro Woche mit dem Rad zur Arbeit fuhren, eine um 40 Prozent niedrigere Sterberate hatten als diejenigen, die nicht das Fahrrad für den Arbeitsweg benutzten.“

Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass 30 Prozent der Autofahrten in Deutschland durch eine Fahrradfahrt ersetzt werden könnten. Der Verkehrsträgervergleich des Umweltbundesamtes zeige, dass durch Rad- und Fußverkehr rund 140 Gramm Treibhausgas-Emissionen pro Personenkilometer gegenüber dem Auto eingespart werden könnten. Im Rechenbeispiel würden das rund 290 Kilogramm Treibhausgase weniger sein – pro Tag.

Neben der Aktion Stadtradeln, die mehr auf das eingesparte Kohlendioxid schaut, gibt es übrigens noch andere Aktionen, um vor allem den Weg zur Arbeit auf das Rad umzustellen. „Mit dem Rad zur Arbeit“ von AOK und ADFC zum Beispiel.

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