Tag des Lokaljournalismus Im Maschinenraum der Zeitungsredaktion

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Ein Kommentar von Lars Reckermann
| 09.05.2026 10:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Print-Desk bereiten die Kolleginnen die Zeitung für morgen vor. Katharina Rieken (vorne) arbeitet gerade an der Ostfriesland-Aufschlagseite in der OZ. Auf der anderen Seite des Tisches strahlen uns Grit Mühring (links) und Ute Kabernagel an. Sie entscheiden, welcher Artikel auf welche Seite kommt. Hinter ihnen sitzt die andere Seite der Macht – die Digitalredaktion. Foto: Carmen Leonhard
Am Print-Desk bereiten die Kolleginnen die Zeitung für morgen vor. Katharina Rieken (vorne) arbeitet gerade an der Ostfriesland-Aufschlagseite in der OZ. Auf der anderen Seite des Tisches strahlen uns Grit Mühring (links) und Ute Kabernagel an. Sie entscheiden, welcher Artikel auf welche Seite kommt. Hinter ihnen sitzt die andere Seite der Macht – die Digitalredaktion. Foto: Carmen Leonhard
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Liveblog, Leserpressekonferenz und Kneipenquiz: Am Tag des Lokaljournalismus haben wir gezeigt, wie viel Prozess, Abwägung und Verantwortung hinter jeder Zeile steckt und warum der Dialog mit Ihnen entscheidend ist.

Am Tag des Lokaljournalismus haben wir als Redaktion etwas getan, das im Alltag oft zu kurz kommt: Wir haben unsere Tür weit aufgemacht und Sie, liebe Leserinnen und Leser hineingebeten.

Der 5. Mai hat uns gezeigt, wie groß das Interesse daran ist, zu verstehen, wie unsere Arbeit entsteht. Ab kurz vor 6 Uhr morgens, bis kurz vor Mitternacht haben unsere Kolleginnen und Kollegen live gebloggt. Nicht als Hochglanz-Schaufenster, sondern als ehrlicher Blick in den Maschinenraum: Termine, Telefonate, Absprachen, Rechercheschritte, das Ringen um Formulierungen, das Abwägen. Wer den Tag verfolgt hat, konnte sehen: Journalismus ist kein einzelner Moment, in dem „ein Text fertig ist“. Es ist ein Prozess. Und er gelingt nur, wenn er sorgfältig ist.

Blick hinter die Kulissen

Besonders bewegt hat mich die erste Leserpressekonferenz Ostfrieslands. Zwei Stunden lang konnten Sie Fragen stellen, direkt an mich als Chefredakteur und an meine Kollegin Karin Lüppen. Ohne Filter, ohne Umwege. Ich habe dabei vor allem eines gespürt: Sie wollen nicht nur Ergebnisse, Sie wollen nachvollziehen können, wie wir zu ihnen kommen. Warum wir ein Thema groß machen. Warum wir bei einem anderen noch warten. Wie wir mit Fehlern umgehen. Wo unsere Grenzen liegen und wo unsere Verantwortung beginnt. Wir nehmen die Erkenntnis ernst, dass viele Menschen noch mehr darüber erfahren möchten, was die Arbeit eines Reporters eigentlich ausmacht. Wie wir Informationen prüfen. Wie wir Aussagen gegeneinander abgleichen. Warum wir manchmal anonymisieren müssen. Warum wir nicht alles sofort melden können, was „man so hört“. Und warum wir, gerade im Lokalen, so oft zwischen Nähe und notwendiger Distanz balancieren.

Spaß beim Kneipenquiz

Am Abend haben wir schließlich gezeigt, dass Journalismus nicht nur ernst, sondern auch gemeinschaftlich und unterhaltsam sein kann: Kneipenquiz in vier Orten, verteilt über Ostfriesland, zum Thema „Medien“. Das war nicht bloß ein netter Ausklang. Das war Begegnung. Gespräch. Lachen. Diskussion. Und genau das, was lokalen Journalismus stark macht: dass er nicht von oben herab funktioniert, sondern mitten unter den Menschen.

Danke an Sie. Danke fürs Mitlesen, Mitfragen, Mitdiskutieren. Danke für Lob und Kritik. Danke für die Neugier, die uns herausfordert, besser zu werden.

Danke an das Team. Ich bin stolz auf meine Kolleginnen und Kollegen, die an diesem Tag nicht nur Inhalte geliefert, sondern Haltung gezeigt haben: Offenheit, Transparenz, Geduld. Wer live bloggt, wer sich in Gesprächen allen Fragen stellt, wer abends noch in Kneipen quizzt, tut das nicht „nebenbei“. Das ist zusätzliche Arbeit. Sie gelingt nur, wenn Menschen dahinterstehen, die ihren Beruf ernst nehmen. Mein besonderer Dank gilt auch allen, die organisiert, geplant, moderiert, Technik betreut, Fragen gesammelt, Themen vorbereitet und im Hintergrund dafür gesorgt haben, dass dieser Tag nicht nur eine Idee blieb, sondern Wirklichkeit geworden ist.

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